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Stammzelltransplantation

Unsere Klinik führt seit über 20 Jahren erfolgreich Knochenmark- und Stammzelltransplantationen durch. Für die Behandlung  unserer Patienten steht eine moderne Transplantationseinheit zur Verfügung. Unser Behandlungsspektrum umfasst sowohl autologe (mit Eigenstammzellen) als auch allogene (mit Stammzellen von Spendern) Transplantationen.

Gelingt es nicht, den Krebs mit einer herkömmlichen Behandlung erfolgreich zu therapieren, kann eine Stammzelltransplantation helfen. Diese wird vor allem bei der Behandlung der verschiedenen Formen von Krebs eingesetzt, zum Beispiel bei akuten Leukämien und malignen Lymphomen.

Im Gegensatz zur Transplantation von Körperorganen ist bei einer Stammzelltransplantation keine Operation notwendig. Ähnlich wie bei einer Bluttransfusion werden die Stammzellen über einen Tropf (intravenös) in den Körper geleitet.

Ob eine Stammzelltransplantation möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen unter anderem das Alter und der Gesundheitszustand eines Menschen eine Rolle. Oder, ob ein geeigneter Stammzellspender zur Verfügung steht. Unsere Spezialisten beraten, wo die Vor- und Nachteile einer Stammzelltransplantation im individuellen Fall liegen.

Autologe Stammzelltransplantation
Für die autologe Transplantation werden körpereigenen Stammzellen genutzt. Im Vorfeld entnehmen wir diese mit einer sogenannten Mobilisierungstherapie aus dem Blut des Patienten. Die Mobilisierungstherapie besteht in der Regel aus der Kombination einer Chemotherapie mit der Gabe von knochenmarkstimulierenden Faktoren. Sind ausreichend Stammzellen in der Blutbahn vorhanden, entnehmen wir diese und frieren sie anschließend bis zum Tag der Transplantation ein (Kryokonservierung).

Einige Wochen später erhält der Patient stationär zunächst eine Hochdosistherapie. Diese hochdosierte Chemotherapie, eventuell in Kombination mit einer Ganzkörperbestrahlung, zerstört die noch im Knochenmark verbliebenen Zellen weitgehend. Unmittelbar danach führen wir dem Patient gesunde Stammzellen über das Blut zu, die sich dann im Knochenmark ansiedeln und „frische“ Blutzellen bilden.

Allogene Transplantation
Hierbei handelt es sich um eine gewebeverträgliche (HLA-idente) Transplantation von Blutstammzellen gesunder Spender. Sie läuft ähnlich ab wie eine autologe Transplantation. In erster Linie suchen wir unter den Geschwistern des Patienten nach einem passenden Spender. Kann kein passender Geschwisterspender gefunden werden, wird eine Fremdspendersuche eingeleitet.

Ziel dieser Behandlung ist, dass die transplantierten, gesunden Blutstammzellen im Körper des Patienten neue Immunzellen entwickeln, die die eventuell noch vorhandene bösartige Tumor-Zellen zerstören.

Die Blutstammzellseparation
Die Stammzellen befinden sich hauptsächlich im Knochenmark, einige im Blut selbst. Bevor sie aus dem Blut abgesammelt werden können, müssen sie aus dem Knochenmark mobilisiert werden. Das geschieht mit Faktoren (Wachstumsfaktoren, G-SCF), die das Knochenmark stimulieren. Sie werden dem Spender über mehrere Tage unter die Haut gespritzt. Das Medikament sorgt dafür, dass Stammzellen aus dem Knochenmark vermehrt in das periphere Blut freigesetzt (mobilisiert) werden.

Mit einem Zellseparator entnehmen wir gezielt Stammzellen aus dem Venenblut. Diese Prozedur, bei der kontinuierlich das Blut des Spenders durch den Zellseparator fließt, dauert durchschnittlich etwa 3 Stunden und wird an 1 bis 2 aufeinanderfolgenden Tagen in Kooperation mit der „Haema AG“ in der „Deutschen Med“ in Rostock durchgeführt.

Die gewonnenen Zellen werden bei einer Stammzellentnahme für eine autologe Transplantation bis zum Tag der Transplantation eingefroren. Im Falle einer allogenen Transplantation erhält der Patient sie unverzüglich.

Die Knochenmarkentnahme
Bei dieser Methode entnehmen wir dem Spender in Vollnarkose das Knochenmark aus dem Beckenknochen. Dabei werden nur so viele Zellen entnommen, wie der Patient benötigt. Für den Spender bleiben ausreichend Knochenmarkstammzellen zur Verfügung. Die Knochenmarkspende ist für den Spender mit einem in der Regel dreitägigen Krankenhausaufenthalt verbunden.

Der Ablauf einer allogenen Blutstammzelltransplantation ist unabhängig von der Art der Stammzellquelle (Knochenmark oder peripheres Blut) immer ähnlich. Nach ausführlichen Voruntersuchungen des Empfängers und des Spenders erfolgt die stationäre Aufnahme des Patienten.

Damit die neuen gesunden Zellen anwachsen können, ist es notwendig, den Körper des Patienten darauf vorzubereiten. Das geschieht mit einer Chemotherapie oder einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie. Diese Konditionierungstherapie zerstört die im Körper vorhandenen Stammzellen weitgehend.

Für die Behandlung erhält jeder Patient einen stabilen Venenzugang. Zumeist wird ein zentraler Venenverweilkatheter verwendet, den wir unter örtlicher Betäubung anlegen. Über diesen zentralen Venenkatheter erfolgen Blutentnahmen, Infusionen, Chemotherapien und die Transplantation.

Die Transplantation der Blutstammzellen erfolgt intravenös wie eine Blutübertragung. Die Blutstammzellen finden von der Blutbahn aus den Weg in die Knochenmarkräume (z.B. im Brustbein und in den Beckenknochen), siedeln sich dort an und beginnen zu wachsen. Zunächst sinken in Folge der Zerstörung der alten Blutstammzellen die Werte der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten). Diese Phase, in der das alte Knochenmark nicht mehr und das neue noch nicht ausreichend funktioniert, wird auch als aplastische Phase bezeichnet. Nach einiger Zeit, durchschnittlich circa 2-3 Wochen, erholen sich die Werte wieder, da die transplantierten Blutstammzellen zunehmend eigene Blutzellen produzieren.

Um den Mangel an Blutzellen nach der Konditionierungsbehandlung zu überbrücken, können regelmäßige Erythrozyten- und/oder Thrombozytenübertragungen notwendig werden. Der Mangel an weißen Blutkörperchen kann nicht ausgeglichen werden, hierdurch kommt es zu einem gefährlichen Zustand, in dem die Patienten sich aus eigener Kraft nicht gegen schwere Infektionen wehren können. Deshalb sind zum Schutz vor Infektionen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen notwendig, über die wir unsere Patienten vor der Behandlung ausführlich aufklären.